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 Engelmärchen aus dem Internet

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BeitragThema: Engelmärchen aus dem Internet   Do Dez 11, 2008 6:27 pm

Die zwölf Apostel

Es war dreihundert Jahre vor des Herrn Christi Geburt, da lebte eine Mutter, die hatte zwölf Söhne, war aber so arm und dürftig, daß sie nicht wußte, womit sie ihnen länger das Leben erhalten sollte. Sie betete täglich zu Gott, er möchte doch geben, daß alle ihre Söhne mit dem verheißenen Heiland auf Erden zusammen wären. Als nun ihre Not immer größer ward, schickte sie einen nach dem andern in die Welt, um sich ihr Brot zu suchen. Der älteste hieß Petrus, der ging aus, und war schon weit gegangen, eine ganze Tagreise, da geriet er in einen großen Wald. Er suchte einen Ausweg, konnte aber keinen finden und verirrte sich immer tiefer; dabei empfand er so großen Hunger, daß er sich kaum aufrecht erhalten konnte. Endlich war er so schwach, daß er liegen bleiben mußte und glaubte, dem Tode nahe zu sein. Da stand auf einmal neben ihm ein kleiner Knabe, der glänzte und war so schön und freundlich wie ein Engel. Das Kind schlug seine Händchen zusammen, daß er aufschauen und es anblicken mußte. Da sprach es 'warum sitzest du da so betrübt?' 'Ach,' antwortete Petrus, 'ich gehe umher in der Welt und suche mein Brot, damit ich noch den verheißenen lieben Heiland sehe; das ist mein größter Wunsch.' Das Kind sprach 'komm mit, so soll dein Wunsch erfüllt werden.' Es nahm den armen Petrus an der Hand und führte ihn zwischen Felsen zu einer großen Höhle. Wie sie hineinkamen, so blitzte alles von Gold, Silber und Kristall, und in der Mitte standen zwölf Wiegen nebeneinander. Da sprach das Englein 'lege dich in die erste und schlaf ein wenig, ich will dich wiegen.' Das tat Petrus, und das Englein sang ihm und wiegte ihn so lange, bis er eingeschlafen war. Und wie er schlief, kam der zweite Bruder, den auch sein Schutzenglein hereinführte, und ward wie der erste in den Schlaf gewiegt, und so kamen die andern nach der Reihe, bis alle zwölf dalagen in den goldenen Wiegen und schliefen. Sie schliefen aber dreihundert Jahre, bis in der Nacht, worin der Weltheiland geboren ward. Da erwachten sie und waren mit ihm auf Erden und wurden die zwölf Apostel genannt.

Gebrüder Grimm



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BeitragThema: Re: Engelmärchen aus dem Internet   Do Dez 11, 2008 6:34 pm

Mondenglanz, Sonnenglitter und Sternenstaub


Ein kleiner Engel saß auf seiner Wolke und ihm war schrecklich langweilig. Und da Langeweile auch erfinderisch macht, dachte der Engel: "Ach, ich fliege mal ein wenig durch die Lüfte und schaue mich mal um."
Das tat er auch, und er sah den Mond. Er flog zu ihm und begrüßte ihn: "Hallo, Mond, dein Mondenglanz ist wunderschön. Du glänzt ganz herrlich!" "Ja", sagte der gute alte Mond,"mein Mondenglanz erfreut die Menschen ungemein. Mein Glanz ist das Schönste auf der ganzen Welt!" Der Engel erwiderte:
"Wirklich wahr, dein Glanz ist so wunderschön, so etwas gibt es nicht noch einmal." Dann sah der Engel die Sterne leuchten und flog zu einem hin. Er begrüßte den Stern und sagte: "Hallo, du Stern, ich habe deinen Sternenstaub gesehen, du blinkerst ja wunderschön." "Ja," sagte der Stern, "mein Blinkern ist so wunderschön, es ist das Schönste auf der Welt." Das konnte der Engel nur bejahen. Dann sah der kleine Engel die Sonne. Schnell flog er zu ihr und begrüßte sie:"Hallo, Sonne, dein Sonnenglitter strahlt ganz wunderbar!" "Ja,"sagte die Sonne"ich verteile meine Sonnenglitter-Strahlen über die ganze Welt. Etwas Schöneres gibt es nicht." "Das ist wahr", sagte der Engel,"etwas Schöneres sah ich wirklich noch nie." Dann flog er wieder zu seiner Wolke. Lange Zeit verbrachte er dort. Er erfreute sich am Sternenstaub, am Mondenglanz und am Sonnenglitter. Und da jeder von ihnen meinte, sein Glanz, sein Staub und sein Glitter sei das Schönste auf der ganzen Welt, konnte der kleine Engel sich nicht entscheiden, wer nun Recht hatte. Für ihn waren alle drei schön.
Der kleine Engel wurde groß und eines Tages wurde er einem Menschen als Schutzengel zugewiesen. Noch niemals war er einem Menschen begegnet. Wußte gar nicht, wie die Menschen aussahen. Sein Mensch, dem er als Schutzengel dienen sollte, war ein Mädchen, das Julia hieß. Als er zu ihr hinflog, saß sie gerade am Tisch und malte. Es war ein trüber Tag. Graue Wolken hingen am Himmel und die Sonne hatte sich dahinter versteckt. Alles war grau und trostlos.
Der Engel stellte sich hinter den Schreibtisch -für Julia natürlich unsichtbar- und schaute sich sein Menschenkind ganz genau an. Er war in seine Betrachtung versunken, als sich die Wolke verzog und die Sonne ihre Sonnenglitter-Strahlen auf die Erde schickte, und auch durch das Fenster zur Julia. Diese schaute von ihrem Bild auf und freute sich über den Sonnenschein. Ihr Gesicht reckte sie freudig der Sonne entgegen. Der Engel sah das Funkeln, dieses herrliche Funkeln und Blitzen ihrer Augen, und war geblendet ! Unverwandt sah er das kleine Mädchen Julia an und wußte in diesem Moment: Sternenstaub, Mondenglanz und Sonnenglitter verblaßten gegen die Schönheit des Funkelns und Blitzens von Julia`s Augen. Das Blitzen der Augen seines Menschenkindes
war das Schönste auf der ganzen Welt !!!



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